Anna-Mariia KostiukAutorin dunkler Geschichten
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Ein Nachmittag bei den Alpakas

31. Juli 2026 · Anna-Mariia Kostiuk

Junges weißes Alpaka mit blauem Halfter auf der Alpaka Alm in Leonberg

Ich schreibe dunkle Geschichten. Menschen, die verschwinden. Türen, die sich hinter jemandem schließen. An diesem Nachmittag habe ich keine einzige Zeile davon gedacht — weil ein Tier mit einem sehr ernsten Gesicht und sehr weichen Ohren mich angeschaut hat, als wäre ich diejenige, die hier erklärt werden muss.

Was für ein Nachmittag das war

Die Alpaka Alm Leonberg hatte zum Informationsnachmittag eingeladen: Freitag, 31. Juli 2026, von 16 bis 18 Uhr, am Falchenrot in 71229 Leonberg. Auf dem Plakat unten am Weg steht der Satz, der uns am meisten gefallen hat — „400 Meter weiter oben“. Man geht also noch ein Stück bergauf, und dann ist man da.

Es war kein Markt und keine Show. Es war ein offener Nachmittag: hingehen, sich das Gelände ansehen, Fragen stellen, die Tiere kennenlernen. Genau die Art von Veranstaltung, bei der man ohne Plan hingeht und mit einem Kind an der Hand und Heu an der Hose wieder heruntergeht.

Plakat am Weg: Informationsnachmittag der Alpaka Alm Leonberg am 31. Juli 2026 von 16 bis 18 Uhr, Falchenrot, 71229 Leonberg

Alpakas sind erstaunlich ruhige Wesen

Wer sie zum ersten Mal aus der Nähe sieht, rechnet mit etwas Ziegenhaftem — mit Drängeln, mit Neugier, die stupst. Alpakas machen das nicht. Sie kommen langsam, sie schauen lange, und sie entscheiden selbst, wann sie nah genug sind. Kinder, die sonst keine Sekunde stillhalten, werden dabei automatisch leise. Das habe ich an diesem Nachmittag zweimal beobachtet, und beide Male war ich verblüfft.

Wir durften ein Tier ein Stück am Halfter führen. Ein Alpaka zu führen heißt vor allem: sich am Tempo des Tieres zu orientieren. Es zieht nicht, es bleibt aber auch nicht einfach stehen, wenn man ordentlich fragt. Es geht mit, wenn es dir glaubt.

Das Video liegt bei Instagram. Erst wenn du auf Abspielen klickst, wird es von dort geladen — vorher geht keine Verbindung dorthin. Näheres in der Datenschutzerklärung.

Die Menschen dahinter

Ein solcher Hof läuft nicht von allein. Wir haben an diesem Nachmittag die Frau kennengelernt, die die Alm leitet, und sie hat sich für jede Frage Zeit genommen — auch für die von Kindern, die zum dritten Mal wissen wollten, ob ein Alpaka wirklich spuckt. (Antwort: eigentlich nur untereinander, und meistens, wenn es ums Futter geht.)

Anna-Mariia Kostiuk mit Familie und der Leiterin der Alpaka Alm Leonberg vor dem Gehege

Auf dem Plakat steht neben dem Zeichen der Alm noch ein zweites Logo: das einer Einrichtung, die Menschen betreut. Man merkt dem Ort an, dass er nicht nur für Tiere gedacht ist, sondern auch für die Menschen, die zu ihnen kommen. Ich glaube, das ist der eigentliche Grund, warum es dort so still ist.

Warum das hier im Blog steht

Weil Leonberg für mich seit Jahren nicht nur ein Wohnort ist, sondern eine Kulisse. Der Pomeranzengarten, die Rathausstufen, das Licht über dem Tal — vieles davon steht längst in meinen Büchern, meistens ein paar Grad dunkler, als es in Wirklichkeit ist. Die Alm steht in keinem Buch. Noch nicht.

Und manchmal ist es einfach gut, einen Nachmittag lang nichts Böses zu erfinden.

Dieser Beitrag ist unbezahlt und unbeauftragt entstanden — wir waren als Besucherfamilie dort. Die Fotos sind vom Informationsnachmittag am 31. Juli 2026.

Leonberg als literarische Kulisse

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